Akupunktur Hamburg

Privatpraxis Dr. med. Gabriele Helkenberg

akupunktur hamburg

Durch Akupunktur Energie fließen lassen

Von Dr. Gabriele Helkenberg

Der Begriff „Akupunktur“ setzt sich zusammen aus acus (=Nadel) und pungere (=stechen). Akupunktur ist somit die Therapie mit Nadeln und wurde in China wohl schon 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung angewandt. Sie entstammt der alten chinesischen Heilkunst, nach der Gesundheit eine ausgewogene Balance von Yin und Yang ist.

Gesundheit und Lebensenergie

Krankheitssymptome sind Störungen im Fluss der Lebensenergie Qi , die sich aus dem Zusammenspiel von Yin und Yang ergibt. Fließt die Energie ungehindert und ausreichend , ist der Mensch gesund. Die Nadeln sind Hilfsmittel, um den Kräftefluß in den Meridianen wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Das Qi fließt wieder.

Nach der Lehre der Traditionellen Chinesischen Medizin zirkuliert die Lebensenergie Qi im Körper auf unsichtbaren, den Organen zugeordneten Energiebahnen, den Meridianen.

Es gibt 12 Hauptmeridiane, deren Funktionskreise durch die durchflossenen Organe bestimmt werden. Darüberhinaus gibt es weitere Leitbahnen, die untereinander Verbindung haben. Es gibt ungefähr 365 Akupunkturpunkte. Wird das natürliche Gleichgewicht gestört, das heißt, gerät das Qi aus der Balance, werden wir krank. Die Nadeln stellen den harmonischen Fluß wieder her.

Um das Ungleichgewicht zu beheben und die Selbstheilungskräfte anzuregen, werden bei der Behandlung die entsprechenden Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit den Nadeln aktiviert. Die Akupunkturpunkte stehen mit einzelnen Organen bzw. Organbereichen in Beziehung. Durch den gesetzten Reiz werden die zugeordneten Organe zur Selbstheilung angeregt. Bei der Akupunktur wird also das erkrankte Organ nicht direkt behandelt, sondern über den Meridian- oder Akupunkturpunkt, dem das Organ zugeordnet ist.

Wie wirkt die Akupunktur?

Die kleinen Nadeln bewirken Großes: Die durch die Nadeln gesetzten Reize erreichen Rückenmark und Gehirn und bewirken die Ausschüttung von schmerzstillenden und entspannenden Botenstoffen. Dazu gehören das Serotonin und körpereigenes Morphin wie die Endorphine. Die Akupunktur ist ein rasch wirksames Mittel zur Schmerzlinderung. Zudem wirkt Akupunktur psychovegetativ entspannend, unterstützt das Immunsystem und aktiviert die Selbstheilungskräfte des Organismus.

Welche Punkte werden genadelt ?

Durch das Vorgespräch, das Erstgespräch, wird durch eine genaue Befragung herausgefunden, welche Beschwerden aktuell vorliegen. Zur Erhebung der Krankengeschiche, der Anamnese, gehören sämtliche Erkrankungen, d.h. auch die aus der früheren Zeit.

Es gehört eine körperliche Untersuchung sowie ein Blick auf die Zunge und die Pulsdiagnose dazu. Doch unterscheidet sich die chinesische Medizin von der westlichen Medizin.

Die chinesische Medizin sieht den Menschen in seiner Ganzheit. Sie trennt nicht – wie in der westlichen Medizin – zwischen Soma und Psyche. Sie sieht den Menschen als Teil eines kosmischen, energetischen Wirkgefüges. Ziel ist daher, alle energetischen Einflüsse, denen der Mensch ausgesetzt ist, zu erfahren. Dazu zählt das Befinden, körperlich wie auch seelisch, die äußeren Lebensumstände, die Ernährung, das Klima. die sozialen Bereiche und die Gefühle.

Die Emotionen haben in der chinesischen Medizin eine entscheidende Bedeutung. Nach ihrer Sicht machen ausgeprägte, langanhaltende und nicht überwundene emotionale Zustände krank. Die Theorie, das emotionale und mentale Faktoren inneren Organen zugeordnet werden und diese beeinflussen, kommt der psychosomatischen Sichtweise nahe, die sich mit den körperlichen und seelischen Zusammenhängen befasst.

Alle geschilderten Befindlichkeitsstörungen, ob aus dem körperlichen oder seelischen Bereich, genauso wie die Reaktionen auf das Wetter, Hitze und Kälte, der Umgang mit Gefühlen , führen zu der Diagnose, aus der heraus die Akupunkturpunkte gewählt werden.

Der zeitliche Umfang dieses Erstgespräches ist mit 1 bis zu 2 Stunden anzusetzen.

Wo hilft die Akupuktur?

Die Indikationsliste für Akupunktur ist sehr umfassend. Die Hauptidikationen sind sicherlich die Schmerztherapie, aber auch die Psychosomatik:

Unterstützung für Krebspatienten

Bei Krebserkrankungen kann die Akupunktur begleitend eingesetzt werden, um Schmerzen oder Symptome der Grunderkrankung zu lindern und die psychische/ seelische Stabilität zu fördern. Eine wichtige Indikation für die Akupunktur ist während einer Chemotherapie gegeben. Sie lindert einerseits möglicherweise auftretende Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen und fördert andererseits nachweislich die Verträglichkeit der Chemotherapie.

Weitere Anwendung findet die Akupunktur nach Operationen und Bestrahlungen . Hier kommt es zu einer Verbesserung des Allgemeinbefindens.

Grundsätzlich gilt für alle Anwendungsgebiete der Akupunktur: Akupunktur kann heilen, was gestört ist, aber nicht, was zerstört ist.

Was erwartet Sie?

Die Therapie beginnt, indem Sie ruhig und entspannt liegen. Die Nadeln werden meist nur wenige Millimeter tief gestochen und verbleiben 10 bis 30 Minuten im Gewebe. Es werden sehr feine Einmalnadeln aus Stahl verwendet, die manchmal auch bewegt oder gedreht werden, um die gewünschte Wirkung auszulösen. Nachdem die Nadeln für einige Minuten liegen, entspannt sich der Körper.Arme und beine fühlen sich oft schwerer an. Es tritt eine wohltuende , entspannende Wirkung ein.

Körperreaktionen

Wenn Spannungen sich lösen, können körperliche Empfindungen wie Zittern, Kribbeln, Kälte- oder Hitzegefühl, Schwindel auftreten, aber auch Gefühle wie Wut, Unruhe, Traurigkeit oder Angst. Diese Empfindungen und Gefühle sind Ausdruck der Klärung von Spannungen und Blockaden, die oft einer Krankheit zugrunde liegen.

Wie oft wird behandelt ?

Behandelt wird ein– bis zweimal die Woche. Bei akuten Beschwerden reichen meist ein bis fünf Behandlungen, bei chronischen Leiden sind 10 bis 15 Sitzungen erforderlich. Es gilt grundsätzlich: Je länger Beschwerden bestehen, desto länger muß behandelt werden.

Bei chronischen Erkrankungen ( Beschwerden, die länger als drei bis sechs Monate bestehen) tritt eine Veränderung in der Regel ab der dritten Behandlung auf. Die meisten fühlen sich besser, werden ruhiger, schlafen besser und Schmerzen lassen nach. Ein wesentlicher Aspekt darf nicht vernachlässigt werden : nach der chinesischen Medizin sind die Behandlungsmaßnahmen bereits vorbeugend einzusetzen, damit die Lebensenergie Qi im Fluß bleibt und Krankheiten somit abgewendet werden. Dieses kommt unserer heutigen Auffassung von Erkrankungen vorbeugenden, gesundheitsfördernden Verhaltensweisen nahe.

Wenn auch Gedanken fließen

Während der Akupunktur richtet sich die Aufmerksamkeit nicht auf einen einzelnen Bereich des Körpers, sonders es wird der Fesamtfluß wahrgenommen. Hierbei können immer wieder Gedanken hochkommen. Wichtig ist, nicht über deren Inhalt nachzudenken, sondern sie einfach kommen und gehen lassen. Sollte daraus der Wunsch entstehen, bestimmte Lebenssituationen oder Probleme zu klären, so biete ich die Möglichkeit dieses in Gesprächstherapeutischen Sitzungen zu machen.

Akupunktur und Gesprächstherapie

Die Erfahrung meiner täglichen Arbeit zeigt, das der Erfolg einer Behandlung häufig damit zusammenhängt , das die einzelnen Therapieverfahren miteinander verbunden werden. Im Mittelpunkt steht der Mensch in seiner Ganzheit.Aus dieser Betrachtung heraus, ergibt sich die individuelle , persönliche Behandlung. Läßt so zum Beispiel unter Akupunktur der Schmerz im Rücken nach und Sie entspannen sich, so kommen vielleicht Fragen und Gefühle hoch, womit dieser Schmerz zusammenhängen kann. Tragen Sie eine Last oder bewegen sie sich in einer (be-)lastenden Lebenssituation. Lösungswege für mehr Lebensfreude und Lebensqualität können dann mit Ihnen gemeinsam in klärenden Gesprächen aufgezeigt werden.

Erschienen 3.07.11